Malibu Forrer und DO Karate

Malibu Forrer ist wohl für die meisten Karatekas bei uns das Gesicht von DO Karate. Ein Gesicht, das sich jetzt entschlossen hat, eine anspruchsvolle Ausbildung zum Sozialpädagogen zu beginnen, und deshalb für längere Zeit kaum noch Präsent im Unterricht sein wird. Gerne möchten wir aus gegebenem Anlass auch etwas aus dem Nähkästchen plaudern und Malibu vielleicht auch mal in etwas anderer Perspektive zeigen.... 

Es war ein junger Beck-Konditor mit langen, braunen Haarlocken der einst auf die Idee kam, mit diesem eigenartigen Kampfzeugs das sich Karate nannte zu beginnen. Und wenn schon, dann natürlich mit vollem Kontakt ab der ersten Trainingsminute! Ja, Malibu wollte es von Beginn weg wissen - aber mit dem Training nahm er es dann markant weniger genau! So kam es, dass da ein junger Mann sporadisch ins Vollkontakttraining ging, meist röchelnd, mit in leichten grüntönen akzentuierter Gesichtsfarbe das Training gerade so knapp überstehend. Und so ging das weiter für einige Zeit und Malibu schaffte trotz dieser eher bescheidenen Trainingsmentalität tatsächlich den gelben Gurt (wo er, wie die meisten Danträger auch mal durch die 5. Kyu-Prüfung rasselte).

Dann, 1997 war es, kam er zum Entschluss: Entweder richtig oder gar nicht mehr! Ja, so war Malibu zu dieser Zeit! Das kann man sich heute gar nicht mehr so richtig vorstellen ;-) Also meldete sich Malibu 1997 als Uchi Deshi an und begann, intensiv Karate zu trainieren. Und ich kann euch versichern: Im Seitwärtsspagat kam der Boden innerhalb eines halben Jahres unglaublich viel näher! 1997 war Badenfahrt! Der Sommer ausserordentlich schön und heiss, Malibu wollte als Abschluss seiner Uchi-Deshi-Zeit ein 20 Mann Kumite absolvieren und Marcel war mitten in seiner 2. Dan-Prüfungsvorbereitung. So nutzten sie gemeinsam die Sommerferienzeit, um im Dojo stundenlang zu Metallica das Kihonstägeli auf und ab zu gehen und alle Techniken zu verinnerlichen. Danach ging es jeweils ab in den Manor zum Mittagessen -  zwei Männer mit jeweils Bergen von Essen auf ihrem Teller - Stapelweltmeister, weil man pro Teller bezahlte und danach wieder ins Dojo trainieren und Vorbereitungen treffen für die Badenfahrt nach den Sommerferien. Es war eine sehr intensive Zeit und Malibu schloss sein Uchi Deshi Jahr erfolgreich mit seinem Mehrfach-Kumite ab - einem Novum in der Schweiz. Malibu aber war derart von diesem Leben unter intensiven Trainingsbedingungen angetan, dass er auch die weiteren Jahre die grösste Zeit im Dojo verbrachte und mit minimalsten materiellen Sicherheiten ein Leben als Karateka führte.

Im Jahr 2000 gründete Malibu dann seine eigene Karateschule und startete den Unterricht in der Turnhalle Ennetbaden. Und weiter 4 Jahre später transformierten Malibu und Marcel die Shinkaido Karateschule in DO Karate und erweiterten das Angebot mit Gewaltprävention an Schulen. Seither unterrichtet Malibu mit unglaublicher Konstanz Karate. In all den Jahren konnte er sich immer die Freude an Karate aufrecht erhalten. Er legte seine 3. Dan-Prüfung ab und wurde zum 1. Dan in Kyusho, er absolvierte eine Fitnesstrainerausbildung und gab auch dieses Wissen in Privatstunden und Workshops weiter.

Ich kann besten Gewissens sagen: Ohne Malibu gäbe es DO nicht. Malibu und ich waren ein sich ideal ergänzendes Gespann, welches sich - immer in der Auseinandersetzung über das Mass an Innovation - gegenseitig weiter brachte und sich auch brauchte. Viele Menschen haben uns in all den Jahren begleitet, uns ihr Vertrauen geschenkt und unser Projekt DO auch gemeinsam weiter entwickelt. Aber Malibu war der Beginn und war auch die Konstante. 

Nach über 20 Jahren enger Zusammenarbeit hat sich Malibu nun entschlossen, eine Ausbildung in Sozialpädagogik zu beginnen. Er startet nach den Sommerferien mit einem Jahr Praktikum in einer Institution in Brugg. Dann beginnt seine Schulausbildung, welche weitere 3-4 Jahre dauern wird. Er begibt sich erneut auf einen neuen Weg, von welchem er heute noch nicht weiss, ob er den Herausforderungen gewachsen sein wird und ob er die Erfüllung findet, die er sich erhofft. Wehmut, Abschied, Ungewissheit aber auch Neugier und Freude am Neuen sind derzeit seine emotionalen Begleiter.

Malibu wird per nach den Sommerferien sein Pensum markant reduzieren und zukünftig noch am Samstag für uns unterrichten. Er wird allen seinen Freunden und Karatekas die Möglichkeit geben, ihm am Freitag, 7.Juli 2017 ein Adieu zu sagen.